Jürgen Heimlich

Schriftsteller

* 1971

Werde, der du bist.
— Pindar

Plötzlich war ich Teil der Welt

Im Jahre 1971 wurde ich in Wien im Zeichen des Wassermanns geboren. Wie mir später einmal gesagt wurde, genau am errechneten Geburtstermin, dies war der 26. Jänner. Meine ersten fünf Lebensjahre verbrachte ich in der Leopoldstadt. Ich war mit meinen Eltern und Großeltern gerne und oft im Prater und den Prater Auen unterwegs, wo ich mich bis heute mit Vorliebe aufhalte. Etwa ein Jahr vor Beginn meiner Schulzeit tat ich schon so, als könne ich perfekt schreiben. Dabei kritzelte ich nur irgendwelche Zeichen auf ein Blatt Papier, präsentierte diese jedoch, woran ich mich noch sehr gut erinnern kann, mit Stolz insbesondere meinen Großeltern. Meine Mutter und meine Großmutter lasen mir oft Geschichten und Märchen vor.

Schreiben gegen die Angst

1976 übersiedelten meine Eltern und ich in die Donaustadt. Die Abnabelung vom gewohnten Heimatbezirk schmerzte. Doch Schreiben und Lesen waren mir eine große Freude, sobald ich diese Kulturtechniken beherrschte. Ich las, was das Zeug hielt, tauchte in unbekannte Welten ein, die mit der mir bekannten Welt nichts zu tun hatten. Im ersten Schuljahr verschlang ich eine Unzahl an Pixi-Büchern, schließlich wagte ich mich ein Jahr später an „Räuber Hotzenplotz“ heran, den ich schon vom Vorlesen gut kannte. Der „Räuber Hotzenplotz“ ist die Lieblingslektüre meiner Volksschulzeit. Ich habe die drei Bände sehr oft gelesen.

Meine Fantasie war stark ausgeprägt. Ich dachte mir Geschichten aus, die ich mehrmals in meinem Kopf durchspielte. Im Alter von acht oder neun Jahren schrieb ich die Abenteuer des Skeletts Bingo auf. Eines Nachts hatte ich davon geträumt, dass zwei Skelette an meinem Bett sitzen. Ich hatte mich damals geängstigt. Doch dann machte ich ein Skelett zum Protagonisten vieler Abenteuer. Durch diese Auseinandersetzung habe ich meine Ängste zu überwinden versucht, was mir auch gelungen ist. Sehr schade ist, dass diese Geschichten verschollen sind.

Spielen, dichten und keine Physik

Von Sigmund Freud stammt ein Zitat, das mich schon lange durchs Leben begleitet:

„Sollten wir die ersten Spuren dichterischer Betätigung nicht schon beim
Kinde suchen? Die liebste und intensivste Betätigung des Kindes ist das
Spiel. Vielleicht dürfen wir sagen: Jedes spielende Kind benimmt sich wie
ein Dichter, indem es sich eine eigene Welt erschafft oder, richtiger gesagt,
die Dinge seiner Welt in eine neue, ihm gefällige Ordnung versetzt. Es wäre
dann ungerecht zu meinen, es nähme diese Welt nicht ernst; im Gegenteil,
es nimmt sein Spiel sehr ernst, es verwendet große Affektbeträge darauf.“

Als Kind habe ich sehr gerne gespielt. Ich hatte einen sehr guten Freund, der mich auch in die Welt physikalischer Experimente eintauchen ließ. Physiker wollte ich aber nie werden. Dafür habe ich mir einen gesunden Spieltrieb bewahrt.

Mein Mentor

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Schriftsteller gibt, die keinen Mentor hatten. Wenn doch, dann würde mich dies sehr wundern. Ich hatte als Kind zwar viel geschrieben, aber irgendwie ging mir die Freude daran im Laufe meiner Jugend verloren. Sogar als ich eine Ausbildung in einem Verlag absolvierte, fand ich nicht zum Schreiben zurück. Ich las sehr viel, ungebrochen. Allerdings eher Belletristik und sonstige wenig herausfordernde Bücher. Das änderte sich sehr schnell, als ich die Handelsakademie für Berufstätige besuchte. Diese Schulform passte zwar nicht zu mir, dies ist rückblickend allerdings unbedeutend. Wesentlich ist, dass ich dort den besten Deutsch-Lehrer hatte, den es nur geben kann. Gleich mit der ersten Stunde, die er mein Lehrer war, ändert sich meine Welt. Er registrierte sehr schnell, dass in mir Potenzial vorhanden war. Ich hatte kein Selbstvertrauen, Schreiben als Herausforderung zu sehen wäre mir damals nicht in den Sinn gekommen. Aber Herr Zsilla forderte mich heraus. Meine Aufsätze waren aus meiner Sicht mittelmäßig. Herr Zsilla lobte sie und so geschah es, dass ich neben den „Pflichtaufsätzen“ freiwillig zahlreiche weitere Aufsätze schrieb. Eines Tages las ich, freilich auf Vorschlag meines Mentors, einen dieser Aufsätze meinen Mitschülern vor, die meine Lesung mit Applaus quittierten. Und Herr Zsilla sagte sinngemäß, dass nur gut schreiben könne, wer Freude daran habe. Dieses Motto versuche ich seitdem umzusetzen. Das große Drama ist, dass mein wunderbarer Mentor nur für kurze Zeit mein Lehrer sein konnte. Wir neuen Schüler wussten lange nicht, dass er Leukämie hatte. Gegen Ende des Schuljahrs verstarb er im Alter von nur 45 Jahren. Ich bin diesem wunderbaren Menschen unendlich dankbar, dass er mein Talent entdeckt und gefördert hat, so gut er konnte. Ihm begegnet zu sein hat mein Leben auf den Kopf gestellt, und überhaupt erst möglich gemacht, dass ich mich als Autor entwickeln konnte.

Franz Kafka: Lieblingsautor und Quelle der Inspiration

Im Alter von 19 Jahren lernte ich das Werk von Franz Kafka kennen Wie es dazu kam sei erläutert. Ich hatte den Ruf eines herausragenden Deutsch-Schülers. Herr Zsilla hatte bewirkt, dass auch mein Selbstbewusstsein deutlich angehoben wurde. Eines Abends fragte mich eine Mitschülerin im Rahmen einer Deutsch-Stunde, ob ich Das Urteil von Franz Kafka kenne. Sie habe die Geschichte gelesen und könne sich darauf keinen Reim machen. Ich antwortete ihr, dass es sich hierbei um ein Mysterium handle. Kafka könne nur schwer bis gar nicht interpretiert werden. Meine Kollegin gab sich damit zufrieden, und pflichtete mir bei. Tatsache ist, dass ich zu diesem Zeitpunkt noch keine Zeile von Kafka gelesen hatte! Ich hatte geschwindelt, doch diese Kuriosität führte dazu, dass ich mich mit Kafka zu beschäftigen begann. Innerhalb von wenigen Monaten las ich seine Romane und Erzählungen. Kafka ist seit 1990 mein Lieblingsautor. Ich bin auch sehr an seinem Leben interessiert und habe viel Sekundärliteratur über ihn gelesen.

2006 verwirklichte ich eine Idee. Ausgangspunkt sind Figuren von Kafka, die in die Jetzt-Zeit transformiert werden. So wird etwa der ältere Junggeselle Blumfeld zum Arbeitslosen. Daraus wurde schließlich ein Buch. Letztlich sogar ein Hörbuch, das mit buchstäblicher kafkaesker Musik angereichert ist. Und es versteht sich von selbst, dass ich das Buch im Cafe Kafka präsentierte.

Lektüre und Neuorientierung

Ab 1990 wurde ich dann zum ernsthaften Leser. Ich verschlang viele Klassiker von Goethe über Schiller bis zu Shakespeare und Georg Büchner. Meine Verehrung für Dostojewski nahm ebenso in dieser Phase ihren Anfang. Nunmehr lese ich Belletristik gerne zum Ausgleich zu herausfordernder Lektüre. Freilich hat mein Schreiben durch diese Neuorientierung als Leser eine immense Weiterentwicklung erfahren. Dennoch sollte es noch viele Jahre dauern, bis ich daran glaubte, ein Schriftsteller zu sein.

Literarische Anfänge als Lyriker

Die ersten drei Jahre meines literarischen Schaffens waren weitgehend von der Auseinandersetzung mit Lyrik gekennzeichnet. Ich schrieb auch so etwas wie lyrische Prosa. Gedichte, die mehrere Seiten lang waren. Ich glaubte, damit Walt Whitman alle Ehre zu machen. Es entstanden jedoch ebenso ganz „normale“, also nicht übermäßig lange Gedichte. Ein Gedicht mag ich ganz besonders. Es ist Teil meiner kleinen Gedichte-Sammlung „Die Ewiggleichen“, meiner ersten Buchveröffentlichung.

Ich

Ich brenne danach, zu erwachen

und ich erwache, wenn ich mein Leid sehe
und ich sehe mein Leid, wenn ich liebe
und ich liebe, wenn ich fühle...

Und fühlte ich nicht, würde ich nicht lieben,

und liebte ich nicht, so würde ich mein Leid nicht sehen,

und sähe ich mein Leid nicht, dann könnte ich nicht erwachen,
und wäre ich nicht erwacht, dann könnte ich nicht träumen.

Das Werden eines Schriftstellers

Mein literarisches Schaffen kann in zwei Phasen unterteilt werden. Die erste Phase erfolgte von 1989 bis 1997, die zweite ab 2004 bis jetzt.

Gedichte schrieb ich intensiv bis 1992. 1993 verließ ich die Donaustadt, also mein Elternhaus, und bezog eine eigene Wohnung in Simmering. Mit dem Beginn meiner Selbständigkeit erweiterte ich meine literarische Entfaltung. In den fünf folgenden Jahren vollendete ich drei Romane, die ich als eher missglückt einstufe. Da war zu viel Pathos vorhanden, die Gesellschaftskritik überschritt zudem so manche Grenze. Dafür gelangen mir drei Theaterstücke gar nicht so schlecht, zwei davon sind im Stückbörsekatalog 2004 aufgelistet. Außerdem schrieb ich einige Erzählungen und ein Sachbuch mit psychologischem Hintergrund. Teilweise kam es zu Veröffentlichungen in kleinen Verlagen.
1998 bis Ende 2003 hatte ich eine Schaffenspause. In diesem Zeitraum gab es viele Ereignisse in meinem Leben, die mein Schreiben in den Hintergrund rückten. Mir kam – um es so auszudrücken – das Leben dazwischen. Ich machte meine Erfahrungen, die schließlich Grundlage eines literarischen Neuanfangs wurden.

2004 machte ich Bekanntschaft mit einem Kleinverleger, der Interesse an meinen beiden Erzählungen mit autobiographischen Einsprengseln hatte. Es erschienen bald zwei Heftromane. Eine der beiden Erzählungen hatte bereits Jahre vorher der später in Deutschland als Autor von historischen Romanen bekannte Titus Müller lektoriert. Außerdem agierte ich in einem Autoren-Forum und war somit motiviert, mich wieder dem literarischen Schaffensprozess zuzuwenden.
Ich habe mich in mehreren Genres versucht. So entstand ein Kinderbuch über einen Zirkuslöwen, die an Figuren von Kafka angelehnten Erzählungen, ein Theaterstück über das Thema Mobbing in der Schule (Stückbörsekatalog 2014). Krimis habe ich schon als Kind gerne gelesen. Und so nahm ich mir vor, auch mal einen Krimi zu schreiben. Von 2007 bis 2011 agierte ich als Krimi-Autor. Es entstanden insgesamt drei Krimis rund um den schrulligen Chefinspektor Kneiffer sowie Kurzkrimis. Ich stellte meine Krimis vier Mal bei der Wiener Kriminacht vor. Des Weiteren beschäftigte ich mich im Rahmen einer Erzählung mit der Frage, wie es wäre, wenn einem Menschen alle Wünsche erfüllt werden.

Literarische Schwerpunkte

Es kann dauern, bis sich bei einem Schriftsteller seine Schwerpunkte herauskristallisieren. Der Weg ist ja sehr herausfordernd. In meinem Fall kann ich mittlerweile felsenfest und mit Überzeugung argumentieren, welche Schwerpunkte mein literarisches Schaffen kennzeichnen.

Da sind einmal Erinnerungen. Durch meine Ausbildung zum Seniorenanimateur im Jahre 2012 kam ich im Rahmen meines Abschlussprojektes mit alten Menschen in Kontakt, die mir aus ihrem Leben erzählten. Diese lebendigen Erinnerungen haben mich fasziniert. Und für die alten Menschen war es eine Freude, einen Zuhörer zu haben. Erinnerungen sind für Menschen von zentraler Bedeutung. Umso älter sie werden, umso mehr. Schicksale und Erinnerungen von Menschen werden mich sicher noch lange begleiten.

Es ist somit auch keine Überraschung, dass ich von 2013 bis 2014 an einem historischen Roman arbeitete, der eine wahre Begebenheit zum Ursprung hat. Es geht um ein Unglück mit tödlichem Ausgang, das bis heute nicht geklärt ist.

Bereits in jungen Jahren haben mich Friedhöfe fasziniert. Seit 1998 wohne ich in unmittelbarer Nähe des Zentralfriedhofs, wodurch sich mit der Zeit eine Passion für Friedhöfe entwickelte. 2008 erschien mein Zentralfriedhofs-Führer, der eine individuelle Entdeckungsreise dieses zweitgrößten europäischen Friedhofs darstellt. 2016 schließlich wurde Wiener Friedhöfe – eine Entdeckungsreise veröffentlicht. Dieses Buch zeigt, wie ich meine Entdeckungsreise auf viele verschiedene Wiener Friedhöfe ausdehnte und welche Erfahrungen ich dabei gemacht habe. Überhaupt ist das Thema Friedhöfe aus vielen meiner Werke nicht herauszudenken. In allen Krimis ist der Zentralfriedhof ein Schauplatz, in meinem dritten sogar Hauptschauplatz. Und in vielen Erzählungen sind Friedhöfe ebenso von Bedeutung. Es ist mir ein Anliegen, die kulturelle Bedeutung von Friedhöfen aufzuzeigen und die reichhaltigen Erfahrungen, die man mit diesen Gedenkstätten machen kann. Dieses Thema ist für mich im Grunde niemals ausgeschöpft.

Werke

Die Ewiggleichen, Lyrik, 1997
Zentralfriedhofs-Führer, Sachbuch, 2008
Die schüchterne Zeugin, Kriminalroman, 2009
Blumfeld, Hörbuch, 2010
Ende eines Genies, Kriminalroman, 2011
Zentralfriedhof, der Krimi, Kriminalroman, 2012
Wunschfrei, Erzählung, 2014
Das Geheimnis von Willoughby, historischer Roman, 2015

2016: Wiener Friedhöfe - eine Entdeckungsreise

Im Jahr 2015 begab ich mich auf eine besondere Reise. Beginnend mit April besuchte ich zahlreiche Friedhöfe in Wien. Ich entdeckte sie ganz neu oder lernte sie wieder neu kennen. Diese Reise dauerte insgesamt etwas mehr als vier Monate. Ich habe sie in Buchform dokumentiert. Als passioniertem Friedhofsgänger war es mir ein besonderes Anliegen, die Bedeutung von Friedhöfen zu beleuchten. Die kulturhistorischen Komponente spielen hierbei ebenso eine wichtige Rolle wie die individuelle Vielfalt und die im Besucher erweckten Assoziationen und Erfahrungen. Jedem Friedhofsgänger erschließt sich der Friedhof ja auf andere Weise. Die Zugänge sind verschieden, der Faszination können sich mit wachen Augen durch die Welt gehende Zeitgenossen aber kaum entziehen.

Mein Buch soll die Leserinnen und Leser dazu einladen, selbst auf Entdeckungsreise zu gehen, und es mir also nachzutun. Ein Beispiel hierfür ist folgender Textauszug, der dem St. Marxer Friedhof gewidmet ist, den ich besonders lieb gewonnen habe:

Ich machte mich an einem späten Apriltag auf, diesen Friedhof zu erleben. Und ich war verzaubert von der Fliederblüte, die nicht ohne Grund besonders angepriesen wird. Nirgendwo in Wien befindet sich auf engstem Raum so viel Flieder. Das Aufblühen der Natur kann mit allen Sinnen erfasst werden. Die Naturwege zu durchschreiten, links und rechts herrliche Grabsteine und überall der blühende Flieder, gibt es etwas Schöneres auf der Welt?

Das Buch mit dem Titel „Wiener Friedhöfe – eine Entdeckungsreise“ ist in zahlreichen Online-Shops erhältlich und freilich im Buchhandel bestellbar.

https://www.morawa-buch.at/detail/ISBN-9783990497296/Heimlich-J%FCrgen/Wiener-Friedh%F6fe

2017: Frau Else gibt ein Interview (Roman in einfacher Sprache)

Am 5. Juli 2017 wurde vom Verlag naundob mein erster Roman in einfacher Sprache veröffentlicht.

"Frau Else atmet kräftig durch.
Ein Filmteam ist auf Besuch.
Else erzählt aus ihrem langen Leben.
Von ihren Eltern und ihrer Kindheit.
Von ihrer Jugend und ihrer ersten Liebe.
Von ihrem Sohn Willi und dem Krieg.
Else musste aus Ostpreußen fliehen.
Sie erlebte auf der Flucht viel Schreckliches.
Aber sie überlebte.

Frau Else hat es gegeben.
Dieses Buch ist ihr gewidmet.
Begleiten wir sie und behalten wir sie in Erinnerung."

2018: Mathilde und ein Vogel namens Kafka (Roman in einfacher Sprache)

Mein zweiter Roman in einfacher Sprache erschien in der Edition naundob am 12. November 2018.

"Mathilde lebt im Seniorenheim.
Ihr Mann ist tot.
Mit ihrer Tochter ist sie zerstritten.
Ihr bleibt nur der Vogel namens Kafka.

Doch eines Tages beginnt sie zu zeichnen."

2018: Mein Leben als Atheist

Eine abgeschlossene Autobiographie mit 47? Ich habe mich daran versucht, es handelt sich um eine religiös-philosophische Auseinandersetzung, um einen Erfahrungs- und Erkenntnisbericht. Wobei hierbei nichts "in Stein gemeißelt" ist. Widerrufen werde ich aber auch nie, das steht fest.

Es ist zweifelsfrei ein Risiko dabei, ein Buch insbesondere in religiösem Kontext zu veröffentlichen. So habe ich die Erfahrung gemacht, dass viele Verlage nicht bereit waren, dieses Risiko einzugehen. Im angeblich "modernen" Zeitalter hat Religion einen Tatsch, der als fragwürdig eingestuft wird. Umso mehr habe ich mich dazu aufgerufen gefühlt, es dennoch zu versuchen. Welche Reaktionen oder Nicht-Reaktionen auch immer erfolgen mögen: Mir war es ein Bedürfnis, mein Leben aus einer Warte zu betrachten, welche die Komfortzone verlässt und sich tiefgründigen Aspekten zuwendet.

2018: The mystery of Willoughby

Ich freue mich sehr darüber, dass mein 2015 bei eclipse books veröffentlichter Roman "Das Geheimnis von Willoughby" nun als englischsprachige Version vorliegt. Der Roman hat für mich eine besondere Bedeutung. Er wurde von Christina Römer ausgezeichnet ins Englische übersetzt. Das Cover ist ein an Edward Hopper gemahnendes Bild, geschaffen von Elisabeth Kerz, der ich hierfür sehr dankbar bin.

Vom Schicksal von Josephine Klimczak können nun auch jene lesen, die bspw. in den U.S.A. leben und dort den Hintergrund kennen. Insbesondere ist dieser Roman den Bürgerinnen und Bürgern von Willoughby/Ohio ans Herz zu legen.

2019: Wiener Zentralfriedhofs-Führer

2019 ist es soweit: Mein aktualisierter "Zentralfriedhofs-Führer" erobert die Bücherwelt!
Mehrere Menschen sind an mich herangetreten und haben mich davon überzeugt, dass es eine sehr gute Idee ist, einen aktuellen "Zentralfriedhofs-Führer" zu schreiben und zu veröffentlichen.
Voilà!

2019: Uraufführung von "Dialog mit meinem Schatten"

Am 9. März 2019 wurde mein Theaterstück für Kinder, "Dialog mit meinem Schatten", im Theater 7ieben&7iebzig in Innsbruck uraufgeführt. Ich war bei der Premiere dabei und sehr berührt von der Inszenierung und den wunderbaren Schauspielerinnen. Das Thema Mobbing beschäftigt mich schon lange und dahingehend zu sensibilisieren und ein Stück weit Aufklärungsarbeit leisten zu können ist mir wichtig.

Zum Stück:

Ein 12-jähriges Mädchen ist von Angst durchsetzt. Es versteckt sich vor einigen Klassenkameradinnen, die ihm das Leben zur Hölle machen. Als einzigen Ansprechpartner hat es ihren Schatten, ihr anderes „Ich“, das auf ihrer Seite ist, und es immer wieder neu herausfordert.

Beiträge für Anthologien und Zeitschriften (Auszug)

Erinnerungen (Zenit, 1998)
Tabu (@cetera, 1999)
Zehn Jahre Mauerfall (Heike Wenig Verlag, 1999)
Wieder schlägt man ins Kreuz die Haken (Heike Wenig Verlag, 2001)
Gedanken im Sturm (Abendstern Verlag, 2002)
Maskenball (Verlag Jens Neuling, 2002)
Literatour de France (Charlatan Verlag, 2003 und 2004)
Buchstabensuppe (Edition Wimberger, 2009)
Mein Lieblingsbuch (Hueber, Verlag GmbH & Co. KG, 2010)
Mit Wort und Paukenschlag (Arovell, 2011)
Die Welt im Wasserglas (p.machinery Michael Haitel, 2013)
Poeten des Alltags (Reclam Verlag, 2014)
12 mal anders (Eva Leopoldi, 2014)
All you need is love (Offizin, 2015)
Volle Lotte (Lebenshilfe Berlin, 2017)

Der Vorleser

Ausblick

Ein Blick in die (nahe) Zukunft sei gewagt. Meine Arbeit als Schriftsteller ist stetigen Wandlungen unterworfen, es passieren immer wieder Überraschungen. So gibt es zwei Genres, die ich verstärkt in Angriff nehmen möchte. Erst Anfang 2016 habe ich von der Existenz der einfachen Sprache erfahren, die nach eigenen Regeln funktioniert. So gilt es, etwa kurze Sätze zu schreiben, Fremdwörter zu vermeiden und klare Aussagen zu machen. Hintergrund ist, dass auch Menschen, die sonst nur schwer einen Zugang zur Literatur finden, die Möglichkeit bekommen, sich mit Büchern auseinander zu setzen. Das sind beispielsweise Menschen mit geistiger Beeinträchtigung, alte Menschen mit Konzentrationsschwierigkeiten oder Menschen, die in der Schule nicht gerne gelesen haben und sich dann doch dafür interessieren.

Freilich geht es darüber hinaus darum, die einfache Sprache etwa im Falle von Zeitungen oder bei Formularen (also beim Umgang mit Behörden) und in anderen Zusammenhängen anzuwenden und zu fördern. Ich habe bereits einen kleinen Roman in einfacher Sprache geschrieben, der – und das finde ich sehr spannend – von Testlesern unter die Lupe genommen wird. Dies sind jene Menschen, für welche die einfache Sprache gedacht ist. Ich bin sehr motiviert, mich für die einfache Sprache zu engagieren. Möglich ist hierbei Vieles. So wurden etwa bislang erst wenige literarische Klassiker in einfache Sprache übersetzt. Also, ein weites Feld, das auf mich wartet.

http://www.leichte-sprache.org

Seit 2013 agiere ich auch als Essayist. Der Essay hat es mir also angetan und wird dies sicher in Zukunft tun. Die Konfrontation mit verschiedenen Themen macht Freude und bringt mich – wie überhaupt das Schreiben an sich – mir selbst näher.

Wir erinnern uns

Nahestehende Personen sind eingeladen, ihre persönlichen Erinnerungen an
Jürgen Heimlich nieder zu schreiben.

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Erinnerung von Egon Humer (Erstes Treffen...!)

Ich erinnere mich gerne an das erste Treffen mit dem Autor Jürgen Heimlich. Er hat mir sein Büchlein "Wiener Friedhöfe. Eine Entdeckungsreise" vorgestellt. Als Person, introvertiert, vielschichtig und mit starker Willenskraft. Ich habe sein erhellendes Werk, wie in einer Zeitreise fast in einem durchgelesen. Es war eine faszinierende und schöne Reise.